Kulturspaziergang

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Ein Spaziergang durch die Geschichte

Erstmals im Jahre 1023 urkundlich erwähnt, kann Burgebrach in den nun fast 1000 Jahren seines Bestehens auf eine bewegte und spannende Geschichte zurückblicken. Unser KULTURSPAZIERGANG lädt Sie ein, sich auf eine historische Zeitreise zu begeben, um Geschichte und Geschichten des Ortes genauer zu erkunden.

Dabei wird Ihnen die sagenumwobene Ursula v. Windeck ebenso begegnen, wie die mildtätigen Niederbronner Schwestern. Das historische Rathaus samt seiner Toranlage vermittelt einen Eindruck von der Wehrhaftigkeit des Ortes im Mittelalter. Die tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben stellt unsere Pfarrkirche St. Vitus sowie das Pfarrhaus im Herzen des Ortskerns unter Beweis.

Erleben und sehen Sie aber auf dem BURGEBRACHER KULTURSPAZIERGANG nicht nur ganz kompakt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Durch das ergänzende digitale Angebot (www.entdecke-burgebrach.de) können Sie mit Hilfe Ihres Smartphones zudem auch weitere Hintergründe und Anekdoten erfahren. Und auch die Neugierde unsere jüngsten Entdecker wird mit einer eigenen Rubrik sicherlich geweckt werden. 

Ich darf Sie deshalb alle einladen, sich auf den Weg zu machen und wünsche viel Spaß und interessante Eindrücke auf Ihrer kleinen Entdeckungsreise durch Burgebrach.

Johannes Maciejonczyk
1. Bürgermeister

Anklicken und der Flyer wird geöffnet.

Wer ist Ursula?

Das Alte Rathaus Burgebrachs ist das letzte erhaltene der drei ursprünglichen Stadttore‭. ‬Neben dem sogenannten Oberen Tor gab es‭ ‬noch das Paththor‭ (‬Baderstor‭), ‬welches nach Norden neben dem heutigen Pfarrhaus lag und das Velterthor‭ (‬Feldertor‭), ‬das nach Süden in die Felder führte‭.‬

Unter dem Oberen Tor wurden früher die Gemeindeversammlungen sozusagen‭ ‬„uff offener Gass“‭ ‬abgehalten‭. ‬Man hatte zwar eine Ratsstube im Torhaus‭, ‬aber mit der Zeit waren die Aufgaben gewachsen und so wurde 1720‭ ‬an diesem Platz schließlich ein richtiges Rathaus gebaut‭. ‬Der Bau kostete 2000‭ ‬Gulden‭*, ‬allerdings ohne Fuhr‭- ‬und Handarbeit‭, ‬weshalb der Realpreis noch höher gewesen sein muss‭. ‬

Der Fürstbischof bewilligte schließlich eine sechsjährige Steuerbefreiung‭, ‬um den Bau zu realisieren‭. ‬Zur weiteren Finanzierung wurden verschiedene Darlehen bei der Bürgerschaft‭, ‬bei der Pfarrei St‭. ‬Martin und der Nikoleibrückenstiftung aufgenommen‭. ‬Auch beim Adlerwirt‭ (‬späteres Bauernwirtshaus zwischen Hirschen und Stern‭) ‬hatte man Geld erbeten‭. ‬

Für weitere Einkünfte wurde den dorfansässigen Juden eine Sondersteuer auferlegt‭. ‬Diese tat dem Verhältnis zwischen den Juden und Christen allerdings keinen Abbruch‭.‬

Die Zierde des Rathauses‭, ‬der Turm‭, ‬wurde aufgrund mangelnder Finanzmittel erst 1847‭ ‬hinzugefügt‭.‬

Geschichtlich hat das Gebäude ebenfalls einiges mitgemacht‭: ‬Als Napoleon mit seinem Heer gen Russland zog‭, ‬hielt er Kriegsrat in‭ ‬den Räumen des Rathauses‭. ‬1945‭ ‬lagerte im großen Torbogen‭, ‬dort wo heute Autos durchfahren‭, ‬in einer Kiste eine Fünf-Zentner-Bombe‭, ‬die notfalls zur Abwehr der Alliierten gesprengt werden sollte‭. ‬Glücklicherweise kam es nicht zur Sprengung‭, ‬da die Amerikaner über Ampferbach anrückten‭. ‬1950‭ ‬bis 1972‭ ‬wurde die Landwirtschaftliche Berufsschule im Alten Rathaus‭ ‬ untergebracht‭. ‬Die Kriegsjahre haben das Rathaus stark mitgenommen‭. ‬1981/82‭  ‬erfolgte eine umfassende Restaurierung‭.‬

Wo sich heutzutage Paare standesamtlich in beeindruckender Atmosphäre trauen lassen‭, ‬wurden früher Gemeinderatssitzungen abgehalten‭. ‬Früher läutete die Glocke‭, ‬um diese Sitzungen einzuberufen‭. ‬Heute wird sie zu Beerdigungen geläutet‭. ‬

Das Alte Rathaus

Im Alten Rathaus ist viel passiert! Im letzten von ehemals drei Stadttoren, haben viele wichtige Ereignisse stattgefunden: Es wurden Gemeindeversammlungen abgehalten, es traf sich der Kriegsrat und es sollte sogar in die Luft gesprengt werden! Heute kann man sich das fast 200 Jahre alte Gebäude einfach in Ruhe anschauen und sogar dort heiraten.

 

Frage:

Welcher berühmte französische Kaiser hat hier Kriegsrat gehalten? 

Das heutige Bürgerhaus hat schon vielen verschiedenen Zwecken gedient‭: ‬Es war Gefängnis‭, ‬Amtsgericht und auch Kreiskrankenhaus‭. ‬

Die damalige Siedlung Eberaha wurde im 8‭. ‬Jahrhundert vom Bischof von Würzburg als Mittelpunktort ausgebaut‭, ‬von wo aus Landausbau und Rodungen betrieben wurden‭. ‬In der Siedlung wurde dabei hier an dieser Stelle ein befestigtes Haus‭, ‬die‭ ‬„Burg“‭ ‬angelegt‭ (‬was im Mittelalter nicht mehr als ein befestigter Ort bedeutete‭). ‬Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Gebäude jedoch weiter ausgebaut und mit Wällen und einem Graben umgeben‭. ‬Im Bauernkrieg wurde die Anlage zerstört und erhielt nach dem Wiederaufbau weitere Mauern‭.‬

Danach wurden hier bereits Urteile gefällt und vollzogen‭. ‬Im Bereich der Burg gab es dafür die Fronfeste‭  (‬das‭  ‬öffentliche Gefängnis‭) ‬sowie das Büttelhaus‭ (‬Gerichtsdienerhaus‭), ‬welche 1586‭ ‬einen stattlichen Neubau erhielten‭. ‬Das Gebäude war nun auch der Sitz des Amtsvogtes‭.‬

Im 18‭. ‬Jahrhundert wurden die Gräben zu Gärten umgewandelt und Obstbäume gepflanzt‭. ‬Nachdem 1818‭ ‬der hintere Flügel des Hauptgebäudes einstürzte‭, ‬wurde das Amtshaus in griechisch-ägyptischer Form wieder aufgebaut‭. ‬1850‭ ‬wurden die Fronfeste und das Büttelhaus abgerissen‭, ‬um für das Amtsgericht ein neues Gefängnis zu bauen‭. ‬Das Amtsgericht war bis 1930‭ ‬hier ansässig und für 73‭ ‬Orte zuständig‭. ‬

1947/48‭ ‬erhielt Burgebrach eine wichtige Stellung im regionalen Gesundheitswesen‭, ‬als das Gebäude zum Kreiskrankenhaus ausgebaut‭ ‬wurde‭. ‬Im ehemaligen Gefängnis wurden eine Isolierstation‭, ‬Schwesternunterkünfte‭, ‬Verwaltung und Chefarztwohnungen geschaffen‭. ‬Es standen 50‭ ‬Betten zur Verfügung‭. ‬

1967‭ ‬konnte ein Erweiterungsbau mit insgesamt 125‭ ‬Betten und eine Schwesternschule‭ (‬Schwesternwohnheim‭) ‬eingeweiht werden‭. ‬Im Dezember 1997‭ ‬zog das Krankenhaus schließlich an seinen jetzigen Standort am Eichelberg um‭. ‬Zum Bürgerhaus wurde das Gebäude als Ergebnis eines städtebaulichen Ideenwettbewerbes umgebaut‭. ‬Auf dem‭ ‬ehemaligen Krankenhausareal entstand eine Sozialimmobilie‭. ‬Neben der Errichtung‭ ‬eines Seniorenheimes und Häusern für Betreutes Wohnen wurde das ehemalige‭  ‬„Alte Amtsgericht“‭ ‬umfassend saniert‭. ‬Heute gibt es im Bürgerhaus Einrichtungen für den Gemeinbedarf wie Bücherei‭, ‬Erzbischöfliches Jugendamt‭, ‬Arztpraxen‭, ‬Festsaal und Vereinszimmer‭.‬

Das ehemalige Amtsgericht

Das heutige Bürgerhaus wurde in verschiedenster Weise von den Bürgern Burgebrachs genutzt. Schon vor einigen Jahrhunderten wurde hier Gericht gehalten bevor ein offizielles Gefängnis errichtet wurde. Danach wurde das Haus mehrfach ausgebaut und zum offiziellen Amtsgericht ernannt. Nach dem 2. Weltkrieg zog das Kreiskrankenhaus mit dazugehöriger Schwesternschule ein. Heute findet ihr hier neben dem Bürgerhaus einen Gebäudekomplex mit Seniorenwohnheim und „Betreuten Wohnen“.

 

Frage:

Wisst ihr welcher regelmäßige Gast seit Jahren auf dem Dach des ehemaligen Amtsgerichtes wohnt? Er hat sogar eine eigene Webcam, die ihr auf der Homepage finden könnt.

Bereits seit mehr als 1.000‭ ‬Jahren steht an dieser Stelle ein Gotteshaus‭. ‬Ursprünglich war es vermutlich eine kleine Kapelle‭, ‬die damals Teil einer Burg war‭. ‬Der spätromanische Unterbau des heutigen Turmes stammt noch aus dieser Zeit‭.‬

Im 14‭. ‬Jahrhundert wurde ein Ausbau nötig‭, ‬da die Kirchengemeinde stark angewachsen war‭. ‬Am 29.09.1410‭ ‬wurde die neue‭ ‬ Kirche eingeweiht‭. ‬Noch heute feiern die‭ ‬ Burgebracher traditionell ihre Kirchweih am ersten Sonntag nach St‭. ‬Michael‭.‬

1454‭ ‬wurde die Kirche um den gotischen Chorturm erweitert‭, ‬welcher heute noch erhalten ist‭. ‬1731‭ ‬war die Kirche in einem solch schlechten Zustand‭, ‬dass ein neues Gotteshaus geplant werden musste‭. ‬

Ursprünglich hatte der berühmte Baumeister Balthasar Neumann die Pläne für den Neubau der Kirche entworfen‭. ‬Doch als Abt Wilhelm‭ ‬Söllner das Amt übernahm‭, ‬ließ‭ ‬er die Kirche nach seinen eigenen Vorstellungen bauen‭.‬ Berühmte Bildhauer der damaligen Zeit verzierten den Bau innen und außen mit reichlich figürlichem Schmuck‭. ‬Der spätgotische Ölberg auf dem Kirchplatz ist vermutlich eines der wertvollsten Bauwerke‭ ‬in Burgebrach‭. ‬

1925-1927‭ ‬wurde das Kirchenschiff nach Westen verlängert und im neubarocken Stil gestaltet‭. ‬Hinzu kamen eine Sakristei und ein neues Nord‭- ‬und Südportal mit einem Herz-Jesu-Relief‭. ‬Das Kirchenschiff wurde im Inneren neu gegliedert‭, ‬die ehemalige Balkendecke verkleidet und ein Pilaster eingezogen‭. ‬Es wurden auch sechs neue Bleiglasbogenfenster eingesetzt‭.‬

1978-1980‭ ‬wurde eine gründliche Innenrenovierung durchgeführt‭, ‬um den Richtlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils zu entsprechen‭. ‬Im Zuge dessen erschuf der Maler Anton Greiner das Deckenfresko im mittleren Feld der Kirchendecke‭.‬

Bevor der Friedhof 1810‭ ‬aufgrund hygienischer und platzbedingter Gründe ausgelagert wurde‭, ‬lag er am heutigen Kirchplatz‭. ‬An der‭ ‬Stelle des Edith-Stein-Hauses stand die Michaelskapelle mit einem Karner‭ (‬Gebeinhaus‭).‬

Im Jahre 1817‭ ‬wurde in der Kapelle eine Schule eingerichtet‭, ‬die wegen Baufälligkeit 1850‭ ‬abgerissen werden musste‭. ‬Der Unterricht wurde während der Bauzeit ins nahe gelegene Gemeindehaus verlegt‭. ‬

Der Kirchplatz

Hier steht seit über 1000 Jahren ein Gotteshaus. Erst war es eine kleine Kapelle, doch später wurde diese mehr und mehr ausgebaut zu der Kirche, die ihr heute hier seht. Die tollen Dekorationen im Inneren sind von vielen berühmten Bildhauern; z.B. aus der Werkstatt von Veit Stoß. Die Glocke wird jeden Abend um 21 Uhr aufgrund einer Legende geläutet. Es heißt, das Schlossfräulein Ursula von Windeck habe sich einmal im Wald verirrt und nur durch den Glockenklang heimgefunden.

 

Frage:

Was feiert Burgebrach am ersten Sonntag nach St. Michael?

Das Pfarrhaus mit Pfarrhof befand sich immer schon an dieser Stelle‭. ‬Das Haus muss in Jahre 1551‭ ‬im schlechtem Zustand gewesen sein und hat wohl auch im 30-jährigen Krieg gelitten‭. ‬1684‭ ‬war Burgebrach dem Kloster Ebrach unterstellt‭, ‬dessen Abt Alberich Degen das Pfarrhaus neu bauen ließ‭. ‬Ein Wappen des alleinigen Bauherren ist an der Nordmauer zwischen Pfarrhaus und Hoftor zu finden‭. ‬Zum Pfarrhaus gehörte früher‭ ‬auch ein Bauernhof mit diversen Wirtschaftsgebäuden‭. ‬Von der großen Pfarrscheune mit Stallung‭, ‬Dreschtenne und Holzlege weiß‭ ‬man‭, ‬dass sie wohl aus der Zeit um 1785‭ ‬stammt‭. ‬

Von 1812‭ ‬an hatte das Pfarrhaus die Hausnummer 53‭. ‬Dies wurde jedoch im Zuge der Straßenbenennung im Jahre 1968‭ ‬geändert‭. ‬Seitdem lautet die Adresse des Anwesens Ampferbacher Straße 2‭. ‬Um 1850‭ ‬wurde dem Komplex ein Schweinestall hinzugefügt‭. ‬Im Hof befanden sich dazu eine Dungstätte‭, ‬eine Kehrrichtgrube sowie ein Brunnen‭.  ‬

Bis kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges betrieb der Pfarrhof seine eigene Brauerei‭. ‬Danach wurden die zugehörigen Felder und‭ ‬Wiesen verpachtet‭. ‬Anfang der 20er Jahre wurde schließlich auch die große Pfarrscheune an ansässige Bauern verpachtet‭, ‬die sie bis zum Abbruch Anfang der 70er Jahre nutzten‭.  ‬Heute stehen dort Garagen‭. ‬

Zu den weiteren Besitztümern gehören eine Holzlaube im Rechtlerwald sowie ein ganzes Gemeinderecht im unverteilten Gemeindebesitz‭. ‬1990‭ ‬betrug der landwirtschaftliche Besitz noch 14,0887‭ ‬Hektar‭.‬

Das heute noch bestehende Pfarrhaus wurde 1903‭ ‬im Jugendstil mit Renaissanceanklängen vom Staat erbaut‭. In der Nordwand des Pfarrhauses ist ein Stein des alten Pfarrhauses eingefügt, in dem außer Insignien der Abtswürde die Buchstaben S.A.A.E. und die Jahreszahl 1684 eingehauen sind. Die Buchstaben bedeuten: Serescissimus, Albertus, Abbas, Ebracensis.

‬Es ist ein anschaulicher‭ ‬Bau mit Stufengiebel und mit vorgezogenem Erker an der Westseite‭. ‬Die Grundmauern stehen teilweise auf den alten Mauern des vorherigen Gebäudes zum Beispiel‭  ‬steht es‭  ‬an der Nordseite auf altem Grund‭. ‬Gen Süden war das alte Gebäude jedoch etwa‭ ‬ 3‭ ‬Meter schmaler und an der Ostseite etwa 2‭ ‬Meter länger‭.‬

Das Pfarrhaus

An dieser Stelle steht schon seit ca. 1550 ein Pfarrhaus. Allerdings wurde es mehrfach um- oder neu aufgebaut. Früher gehörte sogar ein Bauernhof, Ställe und Brauerei mit zugehörigen Feldern und Wiesen dazu.

 

Frage: 

Was steht auf dem alten Stein des ehemaligen Pfarrhauses?

Bereits im Jahr 1489‭ ‬war erstmals von einer Schule in Burgebrach die Rede‭, ‬sie zählte damit zu den frühesten im gesamten Bamberger Land‭. ‬Der Unterricht fand damals noch in der Wohnung des Schulmeisters statt‭. ‬Nach Einführung der Schulpflicht kam 1806‭ ‬ein zweiter Lehrer nach Burgebrach‭. ‬Damit folgte eine Aufteilung‭: ‬Der Unterricht für die‭ ‬„oberen Schüler“‭ ‬fand im‭ ‬„Oberen Torhaus“‭ ‬statt‭, ‬die‭ ‬„unteren Schüler“‭ ‬wurden ab 1817‭ ‬in der alten Michaelskapelle am Kirchplatz unterrichtet‭. ‬Später erfolgte der Unterricht im dortigen bestehenden‭ ‬Gemeindehaus‭, ‬weil die Michaelskapelle 1850‭ ‬wegen Baufälligkeit abgebrochen werden musste‭. ‬An dieser Stelle entstand dann ein neues Schulhaus‭.‬

Dem Bedarf entsprechend strebte man vor dem Ersten Weltkrieg nach einem größeren‭, ‬moderneren Schulgebäude‭. ‬Die Idee für einen Neubau in Burgebrach wurde geboren‭, ‬doch konnte man sich nicht auf einen Standort einigen‭.  ‬So dauerte es letztendlich 20‭ ‬Jahre bis Pfarrer Anton Sextl den Zwiespalt beendete und 1928‭ ‬den Bau in der Ampferbacher Straße startete‭. ‬Neben vier Schulsälen entstanden auch zwei Lehrerwohnungen und ein Lehrerzimmer‭. ‬Burgebrach bekam eine der schönsten‭ ‬und modernsten Schulen in der Gegend‭, ‬deren Einweihung 1929‭ ‬erfolgte‭. ‬Das Gebäude wird bis heute für die Grundschule und die Mittagsbetreuung genutzt‭. ‬Das alte Schulhaus am Kirchplatz übernahm die katholische Pfarrgemeinde und nutzte es lange als Messnerwohnung und für die Jugendarbeit‭. ‬Nach einer größeren Sanierung im Jahr 1982‭ ‬wird es nun als Pfarrheim genutzt und trägt den Namen‭ ‬„Edith Stein-Haus“‭.‬

Im Zweiten Weltkrieg war natürlich auch in der Schule Ausnahmezustand‭. ‬Sogar Schüler aus der Pfalz besuchten den hiesigen Unterricht‭. ‬

Der Keller wurde mit Grubenholz gestützt‭, ‬damit ihn die Schüler und Lehrer bei Bombenangriffen als Schutzraum nutzen konnten‭. ‬Oft fiel der Unterricht jedoch ganz aus‭: ‬1944‭ ‬mussten die Lehrer mit den Kindern die Felder nach Kartoffelkäfern absuchen‭. ‬Auch nach dem Einmarsch der Amerikaner 1945‭ ‬war ein Jahr lang kein Unterricht möglich‭, ‬da Soldaten die Schule für sich nutzten‭. ‬Nach Abzug der Soldaten war es noch schwierig‭, ‬einen regelmäßigen Unterrichtsbetrieb aufrecht zu halten‭. ‬Im Winter 1950‭ ‬war die Schule wegen Kohlemangel geschlossen‭. ‬Nach dem Krieg stiegen‭ ‬die Schülerzahlen sprunghaft an‭, ‬so dass sogar im Rathaus wieder ein Notschulraum eingerichtet werden musste‭. ‬Heute ist die Grund‭- ‬und Mittelschule der Hauptstandort des Schulverbundes Aurachtal-Ebrachgrund‭.‬

Die Grundschule

Schon vor über 500 Jahren gab es eine Schule in Burgebrach. Das war damals noch die Wohnung des einzigen Lehrers, doch als 1806 ein zweiter Lehrer in den Ort kam, wurde der Unterricht in öffentlichen Räumen gehalten, z.B. in der Michaelskapelle oder dem oberen Torhaus. Als die Kapelle aber zu alt und abgerissen wurde, entstand an dem Ort ein Schulhaus. In den 1930er Jahren wurde eine neue, größere Schule gebaut, die trotz einiger Unterbrechungen bis heute zur Verfügung steht.

 

Frage:

1944 fiel der Unterricht häufig aus. Nach was suchten dann die Lehrer und Kinder?

Der Orden der sogenannten‭ ‬„Niederbronner Schwestern“‭ ‬wurde im Jahre 1849‭ ‬im Kloster Niederbronn im Elsass gegründet‭. ‬Ihre Aufgabe sahen sie vor allem in der Verpflegung armer Kranker sowie in der Unterstützung der Armen allgemein‭. ‬Eine Mission‭, ‬der sie bis heute weltweit nachgehen‭. ‬

Hier im Anwesen von Haus Nr‭. ‬44‭  ‬zogen 1901‭ ‬zwei Niederbronner Schwestern ein‭: ‬eine Krankenschwester und eine Schwester für die‭ ‬„Kleinkinderbewahranstalt“‭. ‬Bis 1974‭ ‬waren insgesamt 56‭ ‬Schwestern hier tätig‭, ‬jedoch waren jeweils maximal sieben Schwestern zur selben Zeit vor Ort‭.‬

Die Schwestern betrieben neben dem Kindergarten noch eine Nähschule‭, ‬eine Wäscherei und kümmerten sich um die örtliche Krankenpflege‭.‬

Der Kindergarten wurde über den‭ ‬„Schwesternverein“‭ ‬und einen wöchentlichen Betrag‭ (‬10‭ ‬Pfennig pro Kind‭) ‬finanziert‭. ‬Die Kinder wurden auch dann weiter betreut‭, ‬wenn die Eltern einmal knapp bei Kasse waren‭.‬

Die Nähschule besuchten alle Mädchen vor der Hochzeit in den Wintermonaten ganztägig‭. ‬Sie nähten dort Kleidung für die Arbeit‭, ‬den Sonntagsstaat‭, ‬für Feste und die Heilige Kommunion‭. ‬

Die Krankenpflege war jederzeit erreichbar‭, ‬auch nachts‭. ‬Man ging‭ ‬„zuerst zu den Schwestern“‭, ‬da die Behandlungen kostenlos und direkt vor Ort waren‭. ‬Nur wenn es ihr medizinisches Wissen überstieg‭, ‬ging man zum Doktor‭, ‬den man für seine Dienste bezahlen musste‭. ‬1974‭ ‬verließ‭ ‬die letzte Niederbronner Schwester Burgebrach‭, ‬nachdem der Nachwuchs im Orden ausblieb‭. ‬

Haus der Niederbronner Schwestern

Der Orden der „Niederbronner Schwestern“ sind 1849 im Kloster Niederbronn im Elsaß gegründet worden.  1901 zogen zwei von ihnen nach Burgebrach um als Krankenschwester und Kindergärtnerin zu arbeiten. Mit den Jahren kamen mehr Schwestern nach Burgebrach, jedoch waren nie mehr als sieben Schwestern gleichzeitig vor Ort. Als weitere Aufgaben betrieben sie auch eine Nähschule, eine Wäscherei und halfen bei der Krankenpflege. Der Orden verließ den Ort jedoch 1974, da leider keine neuen Schwestern mehr ausgebildet wurden.

 

Frage:

Warum ging man erst „zu den Schwestern“ wenn man krank wurde?

Schon 1899‭ ‬befand sich in Burgebrach ein Forstamtsassessor des Königlichen Forst‭‬amtes Bayern‭. ‬Das heute erhaltene Gebäude der Forstamtsaußenstelle wurde in den Jahren 1900/01‭ ‬vom Staat neu erbaut und schließlich am 21‭. ‬Dezember 1901‭ ‬seinem Zweck übergeben‭. ‬Der Bauplatz wurde lt‭. ‬Vertrag vom 15.12.1899‭ ‬und 19.07.1900‭ ‬von den Eckschen‭ ‬Eheleuten und von der Gemeinde Burgebrach durch den Staat erworben‭. ‬Der Wert betrug damals 30.000‭,- ‬Mark‭. ‬Die Pläne für den Bau‭ ‬stammen vom bayrisch-königlichen Landbauamt in Bamberg‭. ‬

Im Parterre waren die Amtsräume untergebracht‭, ‬während im ersten Stock die Wohnung des Amtsvorstandes lag‭, ‬die 1948‭ ‬bezogen wurde‭. ‬Nach der Ruhestandsversetzung des Forstdirektors zum 31.08.1990‭ ‬wurde diese geräumt und in die Amtsräume eingegliedert‭. ‬Durch‭ ‬verschiedene Umbaumaßnahmen wie dem Einbau einer Zentralheizung oder Wasserversorgung wurde das Gebäude immer wieder modernisiert‭. ‬Während der Baumaßnahmen 1968‭ ‬wurde das Forstamt schließlich in die Forstdienststelle Burgebrach‭, ‬Ampferbacher Str‭. ‬141‭ (‬damals‭) ‬verlegt‭.‬

Durch verschiedene Reformen haben sich das Gebiet und die zu betreuenden Flächen immer wieder vergrößert‭. ‬Bei der Reform am 1‭. ‬Juli 1973‭ ‬kamen zum Beispiel Teile des Forstamtes Schlüsselfeld und Bamberg zu Burgebrach‭, ‬da das Forstamt Schlüsselfeld aufgelöst wurde‭. ‬Dadurch vergrößerte sich die Fläche um ca‭. ‬1000‭ ‬Hektar‭. ‬Burgebrach betreute danach fast 8000‭ ‬Hektar Wald‭.‬

Zum 1‭. ‬Juli 2005‭ ‬wurde die Bayerische Staatsforstverwaltung Burgebrach geteilt‭. ‬Der Bereich Staatswald ging zu den Bayerischen Staatsforsten AöR‭ (‬Anstalt des öffentlichen Rechts‭) ‬zwecks Gewinnmaximierung‭, ‬behielt jedoch seinen Sitz in Ebrach‭. ‬Der Bereich der‭  ‬Kommunal‭-, ‬Kirchen‭- ‬und Privatwälder wurde dem Amt für Ernährung‭, ‬Landwirtschaft und Forsten‭ (‬ALEF Bamberg‭) ‬mit der Außenstelle in Scheßlitz zugeteilt‭.‬

Nach der Umstrukturierung war in dem Gebäude des Forsthauses eine Gaststätte eingerichtet‭. ‬Seit diese geschlossen wurde‭, ‬dienen‭ ‬die Räumlichkeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen‭.‬

Das Forsthaus

Das Forsthaus ist über 100 Jahre alt. Hier wohnte der sogenannte Forstamtsassessor, der zu Hochzeiten fast 8000 Hektar Wald verwaltet hat. Also sogar Wälder um Schlüsselfeld und Bamberg. Erst 2005 wurde die Forstverwaltung aufgeteilt und obwohl einige Verwaltungsarbeit in Burgebrach blieb, wurde das Forsthaus selbst zu einer Gaststätte umgebaut. Seit diese geschlossen wurde, dienen die Räumlichkeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen.

 

Frage:

Welchen Wert hatte damals der Bauplatz, auf dem heute das Forsthaus steht?

Die Mariensäule stellt Maria‭, ‬die Mutter Gottes‭, ‬mit einem Sternenkranz als Himmelsgöttin dar‭. ‬Der eigentliche Bildhauer der ersten Figur ist leider unbekannt‭. ‬Zuerst stand die Skulptur auf freier Flur westlich des Feldertores‭, ‬eines der drei ursprünglichen Tore von Burgebrach‭. ‬

Als das Feldertor jedoch im Jahre 1873‭ ‬abgerissen wurde‭, ‬versetzte man die Figur auf den nun frei gewordenen Platz des ehemaligen Tores‭. ‬Die Steine des abgebrochenen Feldertores wurden als Baumaterial für das Wohnhaus vom‭ ‬„Äußeren Schmied“‭ ‬genutzt‭. ‬Ein Teil des Wappens und eine Tafel am Gebäude erinnern heute noch daran‭. ‬

Das heute erhaltene Marienbild wurde im Jahre 1865‭ ‬vom Burgebracher Bildhauer Johann Georg Neser neu geschaffen‭. ‬Der Maurermeister Johann Zahnleiter fertigte den dazugehörigen Sockel an‭. ‬Ursprünglich schaute die Mutter Gottes gen Süden‭, ‬bis sie 1987‭ ‬in südwestliche Richtung gedreht wurde‭. ‬Im Zuge dessen entdeckte‭ ‬man eine bis dato unbekannte Niederschrift‭, ‬die damals scheinbar von den Verantwortlichen eingefügt wurde‭. ‬

Hier ein Ausschnitt aus der Niederschrift‭:‬
‭ ‬„‭…‬Möchten aber auch alle Einwohner die erhabenen Tugenden Mariens getreulich nachahmen‭; ‬dann wird die seligste Gottes Mutter über Burgebrach ihre schützende Hand in Gefahr ausstrecken und ihren wahren Verehrern stets eine Fürsprecherin und Mittlerin bei ihrem göttlichen Sohne im Leben und im Tode sein‭. …‬“

Ende 2004‭ ‬musste das Original durch einen Abguss aus Kunststein ersetzt werden‭, ‬da die ursprüngliche Skulptur witterungsbedingte‭ ‬Schadstellen bekommen hatte‭.‬

Das Marienbild

Früher stand die Figur Marias außerhalb eines der ehemaligen Stadttore und beschützte den Ort. Als dieses abgerissen wurde, bekam die Skulptur einen eigenen Platz auf einer angefertigten Säule am freigewordenen Platz. Das Marienbild, welches heute zu sehen ist, wurde 1865 neu geschaffen. Allerdings steht nur eine Kopie aus Kunststein im Freien. Die eigentliche Figur ist durch Wind und Wetter immer weiter kaputtgegangen.

 

Frage:

In welche Himmelsrichtung schaut Maria heute? 

Bevor die Raiffeisenbank das Grundstück und das darauf befindliche Gebäude übernahm‭, ‬hatte es schon allerlei Vorbesitzer.1849‭ ‬hatten die jüdischen Mitbürger Burgebrachs hier ein Schlachthaus‭. ‬Die Juden von Burgebrach waren wie allerorts zumeist sehr wohlhabend‭. ‬Sie mussten allerdings Ablösung‭, ‬Schutzgebühr und Sonderabgaben zahlen‭. ‬Die Synagoge der Gemeinde stand in der Hauptstraße‭. ‬Nach dem Ersten Weltkrieg zogen die meisten jedoch aus Burgebrach fort‭, ‬weshalb sich die jüdische Gemeinde auflöste‭.

Von 1938‭ ‬bis 1968‭ ‬stand hier das‭ ‬„Badershäusla“‭. ‬Vor dem Zweiten Weltkrieg mietete sich zuerst ein Uhrmacher und später ein Schuster in das Gebäude ein‭. ‬In einem kleinen Wirtschaftsgebäude‭, ‬das direkt am Badershäusla lag‭, ‬war von 1948‭ ‬bis 1950‭ ‬ein Eisenwarengeschäft‭. ‬In den Räumen fand danach das Café‭ ‬Windeck seinen Platz‭.‬

Das Lokal war als Bierkneipe sehr beliebt‭, ‬und auch für das Spiel‭ ‬„Skat 66“‭ ‬traf man sich hier‭. ‬Der damalige Besitzer entschloss sich 1968‭ ‬ein neues‭, ‬größeres Café zu bauen‭. ‬Wenige Jahre danach wurde es jedoch endgültig geschlossen‭. ‬Seitdem beherbergt das Gebäude die Raiffeisenbank‭ ‬von Burgebrach‭.‬
Noch heute erinnert im Begegnungsraum der Raiffeisenbank der Schriftzug‭ ‬„Cafe Windeck“‭ ‬an die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes‭.‬

Das Cafe Windeck

Heute hat die Raiffeisenbank hier ihren Sitz. Vor ihr waren viele verschiedene Geschäfte in dem Gebäude untergebracht. 1849 haben jüdische Bürger hier ihr Schlachthaus errichtet, welches auch viele Jahre betrieben wurde. Nach dem 1. Weltkrieg zogen jedoch alle Juden aus Burgebrach ab und das Haus wurde zum sogenannten „Badershäusla“. Es gab einen Uhrmacher, einen Schuster, ein Eisenwarengeschäft und später das Café Windeck – eine sehr beliebte Kneipe.

 

Frage:

Als was nutzte die jüdische Gemeinde dieses Gebäude?

Am Eingang zum Steigerwald liegend ist der Markt Burgebrach die älteste Siedlung im Ebrachgrund‭. ‬Die Rauhe Ebrach und die Mittel‭ebrach fließen hier zusammen‭. ‬Bereits im 8‭. ‬Jahrhundert siedelten sich hier‭ ‬„Freie Franken“‭ ‬an‭ – ‬wohl entlassene Krieger aus den Sachsenkriegen‭. ‬Dadurch entstanden zwei große Bauernhöfe an der‭ ‬„Mittleren Ebrach“‭, ‬die als Ursprung der Siedlung Ebera gelten‭. ‬1023‭ ‬wurde die Siedlung erstmals als‭ ‬„Urbs Ebraha“‭ ‬erwähnt‭. ‬Mit der Zeit entwickelte sich daraus der Name Burgebrach‭. 

Der Ort gehörte bis 1377‭ ‬dem Bistum Würzburg an‭, ‬ehe er an den Hochstift Bamberg‭ (‬Bischofssitz‭) ‬verkauft wurde‭. ‬1472‭ ‬erhielt Burgebrach das Marktrecht‭.  ‬Auch heute finden noch jeden 2‭. ‬Sonntag im März‭, ‬Juni‭, ‬September und am letzten Sonntag im November Markttage statt‭. ‬Sie werden seit jeher in der Haupt‭- ‬und Marktstraße sowie vor dem Bürgerhaus durchgeführt‭. ‬

Zum Schutz des gewachsenen Ortes mussten die Bürger auf Befehl des Bischofs drei wehrhafte Türme errichten‭. ‬Durch diese und das‭ ‬sumpfige Gebiet rund um die Arme der Ebrach blieb der Markt weitgehend von Kriegen verschont‭. ‬

Mit dem großen Aufschwung durch den Übergang vom Hochstift Bamberg zu Bayern entstanden im 18‭. ‬Jahrhundert weitere eindrucksvolle Bauwerke‭, ‬die noch heute als Denkmäler an diese Epoche erinnern‭. ‬Sie stehen im historischen Zentrum Burgebrachs‭. ‬Heute bildet Burgebrach mit 27‭ ‬Gemeindeteilen mit der Gemeinde Schönbrunn i‭. ‬Steigerwald eine Verwaltungsgemeinschaft‭. ‬2023‭ ‬feiert Burgebrach sein 1000jähriges Jubiläum‭.‬

Bis zum 1‭. ‬Februar 1971‭ ‬fuhr die Postkutsche mit vorgespannten Pferden täglich durch die Hauptstraße und über Treppendorf Richtung Reichmannsdorf‭. ‬Michael Hertrich tat als letzter Kutscher seinen Dienst‭. ‬Danach wurde das Gespann von einem Automobil abgelöst‭. ‬Wenn er in seiner Kutsche genügend Platz hatte‭, ‬fuhr Herr Hertrich am Bahnhof vorbei und bot eine kostenfreie Mitfahrgelegenheit an‭. ‬

Die Marktstraße

Die Marktstraße, ist vermutlich die älteste Straße Burgebrachs. Schon im 8. Jahrhundert haben sich hier die ersten Menschen angesiedelt. Einige Jahrhunderte später gehörte Burgebrach dem Erzbistum Würzburg an. Dadurch erhielt es ein paar Jahre später das Marktrecht – hier durfte damit an bestimmten Tagen Märkte veranstaltet werden. Zum Schutz wurden Wehrtürme errichtet. Doch nicht nur auf dem Markt gab es Gelegenheiten zum Austausch. Die Postkutsche fuhr ebenfalls täglich durch die Hauptstraße – und das bis 1971!

 

Frage:

Was erhielt der Markt Burgebrach 1472?

Noch bis Ende des 19‭. ‬Jahrhunderts war in Burgebrach die Postkutsche das einzige‭ ‬ Mittel für die Beförderung von Personen‭, ‬Paketen und Briefen‭. ‬Am 1‭. ‬Mai 1904‭ ‬jedoch fuhr endlich der erste Zug von Frensdorf nach Burgebrach‭. ‬

Die‭ ‬„Flügelbahn“‭, ‬wie man den Zug nannte‭, ‬war in Zeiten weniger gut ausgebauter Infrastruktur sehr wichtig für Transporte von Tieren‭, ‬Post oder‭ ‬Kohle‭. ‬Die Bahn verband Stadt und Land‭. ‬Bauern holten direkt am Bahnhof ihre Waren ab‭. ‬Auch Soldaten zogen mit dem Zug in den Krieg‭. ‬Der letzte Personenzug fuhr nachts zwischen zwölf und ein Uhr Richtung Ebrach und wurde im Volksmund‭ ‬„Lumpensammler“‭ ‬genannt‭. ‬

Die Zugverbindung war eine wichtige Vor‭-‬ raussetzung für die Entwicklung der Region‭. ‬

Entlang der Strecke enstanden in den Orten Frensdorf‭, ‬Burgebrach‭, ‬Burgwindheim und Ebrach Bahnhöfe mit je einer Wohnung für den‭ ‬Bahnhofsvorsteher im Obergeschoss‭. ‬Im Parterre befanden sich der Schalter‭, ‬der Warteraum sowie ein Dienstzimmer‭. ‬Zu jedem Bahnhof gehörte auch ein eigenes Abort‭-‬ häuschen sowie eine angehängte Holzhalle zur Lagerung von Stückgut‭. ‬In Burgebrach erkannte der Brauereibesitzer und Gastwirt Konrad Fischer schnell die Gelegenheit und errichtete direkt neben dem Bahnhof eine Gastwirtschaft‭, ‬ein Bahnhofsrestaurant‭. ‬

Das Grundstück‭, ‬worauf der Burgebracher Bahnhof steht‭, ‬gehörte einst der Familie Liebert‭. ‬Dort stand vormals eine kleine Wendelin-Kapelle‭. ‬Als Ersatz für diese errichtete die Familie das heutige Kreuz an der Ampferbacher Straße‭. ‬Das Bild des Heiligen Wendelin‭, ‬das sich in der Kapelle befand‭, ‬ist seitdem in der Pfarrkirche‭  ‬zu sehen‭. ‬1984‭ ‬wurde der Bahnhof zuerst an die Gemeinde und 1985‭ ‬an private Eigentümer verkauft‭. ‬

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Mit Ausbau des Straßennetzes verloren die Züge schnell ihre Bedeutung‭. ‬1961‭ ‬fuhr schließlich der letzte Personenzug ab Burg-ebrach‭. ‬Bis 1999‭ ‬fuhren noch Güterzüge‭, ‬2006‭ ‬wurden schließlich die Gleise abgebaut und auf den ehemaligen Trassen Fahrradwege angelegt‭.‬

Alte Bahnhof

Bis 1904 war die Postkutsche die einzige Möglichkeit Menschen, Waren und Postsendungen zu transportieren. Danach wurde Burgebrach endlich an die Eisenbahn und damit an die Städte angeschlossen.  Im Bahnhof war damals noch im oberen Geschoss die Wohnung des Bahnhofsvorstehers, während im Erdgeschoss die normalen Ticketschalter, ein Warteraum und auch ein Dienstzimmer für Mitarbeiter waren. Schnell entstand für die Reisenden ein Gasthaus neben dem Bahnhof – eine kluge Idee eines örtlichen Brauereibesitzers. 2006 wurde die Strecke allerdings geschlossen, nachdem die letzten Jahre nur noch Güterverkehr Burgebrach durchquerte.

 

Frage:

Was ist jetzt dort wo vorher die Bahnschienen lagen?

In Franken hat die Bierkultur eine lange Tradition‭. ‬Kaum verwunderlich‭, ‬dass die Region die größte Brauereidichte weltweit aufweist‭. ‬Bevor moderne Kühlmethoden erfunden wurden‭, ‬nutzte man Felsenkeller‭, ‬um Bier und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse zu lagern‭. ‬Die Keller wurden im Umfeld der Ortschaften in die Hänge getrieben‭. ‬Da die Temperaturen‭ ‬in den Tunneln im Kellerberg das ganze Jahr über gleichbleibend niedrig waren‭, ‬fungierten sie als natürlicher Kühlschrank‭. ‬Die Hochphase des Kellerbaus in Franken ist recht genau zwischen 1850‭ ‬und 1860‭ ‬zu datieren‭. ‬

Auf den Felsenkellern wurden häufig Gaststätten oder Biergärten geschaffen‭, ‬um lange Transportwege von Bier und Nahrungsmitteln‭ ‬zu vermeiden‭. ‬Daher rührt der Satz‭: ‬„Wir gehen auf den Keller“‭. ‬Man kann auch heute noch auf vielen Kellern zumeist unter Bäumen ein Bier genießen und teilweise auch seine eigene Brotzeit mitbringen‭. ‬Alternativ verkaufen viele Schankwirte ebenfalls Brotzeiten und andere Mahlzeiten‭.‬

Im hiesigen Kellerberg liegen im unteren Bereich kleine‭, ‬private Keller‭, ‬die früher den Bauern und Hausbrauern gehörten‭. ‬Darüber‭ ‬gibt es Keller der historischen Brauereien‭ ‬„Schwarzer Adler“‭, ‬später‭ ‬„Goldener Adler“‭, ‬„Sternwirtskeller“‭, ‬„Schwanenkeller“‭ ‬und‭ ‬„Hirschenkeller“‭. ‬Letzterer ist mit einer Vielzahl an Seitengängen der größte Keller in der Gegend‭.‬

Im Zweiten Weltkrieg suchten viele Menschen in den großen Kellern Schutz vor Fliegerangriffen‭. ‬Das Kellerhaus vom Sternwirtskeller wurde nach Kriegsende von Flüchtlingen bewohnt‭, ‬die‭ ‬ihr Zuhause verloren hatten‭.

Der Kellerberg

Wer Franken kennt, kennt auch Bierkeller. Sie wurden als natürliche, übergroße Kühlschränke in den Berg gegraben um Nahrung und vor allem Bier gleichmäßig kühl zu halten – und das ganze Jahr über. Im Kellerberg haben Brauereien sowie auch einige Privatleute noch heute Keller. Es gibt sogar heute noch bewirtschaftete Keller in Burgebrach.

 

Frage:

Wofür wurden Keller noch benutzt, außer zur Lagerung von Nahrung und Bier?

Wer die Stätte der ehemaligen Burg Windeck betritt, bewegt sich auf historischem Boden. Leider ist von dieser geschichtsreichen Stätte nur noch wenig übrig geblieben. Wir kennen weder das Ausmaß, noch die Größe der ehemaligen Burg. Wenn auch die Burg Windeck vereinzelt als „Schlösschen“ benannt wird, so liegt die Vermutung doch nahe: Die Windeck war eher eine kleinere Landburg.

Von der Burg selbst ist nur noch ein Teil des Burgwalles sichtbar. Baureste oder loses Gestein gibt es nicht mehr. Die Steine wurden, nach mündlicher Überlieferung, zum Bau der Ampferbacher Kirche oder zum Bau der Kirchenmauer verwendet. Vereinzelt glaubt man auch zu wissen, dass das Windeck – Gestein gelegentlich zum Häuserbau in Ampferbach verwendet wurde.

Die Stätte der Burg Windeck weist in das Tal der „Rauhen Ebrach“. Sie liegt nordwestlich der Marienkapelle nahe der „Alten Hochstraße“, welche von Bamberg nach Würzburg führte. Sie steht auf Privatgrund und gehört zur Flurgemarkung Ampferbach. Der Wald, auf dem früher die Burg stand, ist in Privateigentum. Er gehört der Ampferbacher Bauersfamilie Rüttinger. Der Hausname ist „Öbä Rott“.

Ca. 700 Meter südwestlich von der Burg Windeck befindet sich im Staatswald eine früh geschichtliche Anlage, der Burgstall. Hier sind noch Graben – und Wallreste sichtbar. Es wird besagt, dass es zwischen der Burg Windeck und dem Burgstall einen unterirdischen Gang gegeben hat. Ferner hieß es, in Kriegszeiten hätte man das Vieh hierhergebracht. Und es könnte sich auch um Stallungen der Burg gehandelt haben. Alle drei Überlieferungen sind jedoch mit einem dicken Fragezeichen zu betrachten. Vermutlich wird der Burgstall sein geschichtliches Geheimnis weiter wahren.

Etwa zwischen 1142 und 1155 soll die Burg Windeck entstanden sein. Als Bischof Otto bei seinem Amtsantritt am 1. Februar 1103 von Abgesandten aus Bamberg in Ampferbach empfangen wurde, blieb die Burg unerwähnt. Mit Sicherheit hat es die Burg damals noch nicht gegeben.

Die Windeck und die Windheim waren leibliche Brüder. Je nach Standort nannten sie sich verschieden. Windeck war die Linie Ampferbach – Burgebrach. Die von Windheim saßen zu Burgwindheim. Die Herren von Windheim trugen als Symbol einen steigenden Windhund. Heute noch trägt das Burgwindheimer Wappen einen „steigenden Windhund“.

Im Tal der Rauhen- und der Mittelebrach hatten die Herren von Windeck mehrere Besitzungen, so auch Talburgen. Es wird erwähnt, dass Kaiserin Kunigunde von ihren Eltern das Schloss „Windeck“ als Morgengabe erhalten haben soll. Auch zu den Klöstern „Ebrach“ und „Heilig Grab“ in Bamberg hatten die Herren von Windeck gute Beziehungen.

1142 wird Hermann von Windeck als Ministeriale von Bamberg benannt. Ministeriale waren hohe Beamte mit kirchlicher Prägung. Irrtümlich wird behauptet, die Burg Windeck soll eine Raubritterburg gewesen sein. Dies stimmt nicht, denn die Herren von Windeck waren fromme Leute. Die Burg Lisberg aber war eine Raubritterburg, denn die Herren von Münster waren sehr gefürchtet. Der Schäferstein bei Fröschhof ist hier ein stummer Zeuge.

Dass die Burg Windeck nach über 500 Jahren geschichtlich noch so lebendig ist, liegt wahrscheinlich an Ursula von Windeck. Sie war die letzte Erbin. Zusammen mit ihrem Bruder Georg, der schon früh verstarb, lebte sie sehr ärmlich. Sie war tugendhaft und fromm. Da sie aber nicht heiraten wollte, war sie von ihrer Mutter verflucht.

Ursula von Windeck war die letzte Erbin. Um das Jahr 1475 ist Ursula von Windeck verstorben. Sie wurde, so die mündliche Überlieferung, unter der Kommunionbank in Burgebrach begraben. Ein Ur- Ur- Ur- Einwohner berichtete von einer Tafel zwischen Kanzel und Tür. Bei späteren Renovierungsarbeiten wurde die Tafel entfernt. Es wird behauptet, die Burg Windeck wurde im Bauernkrieg zerstört. Diese Behauptung ist falsch. Denn zur Zeit des Krieges (1525) war die Burg längst eine Ruine. Sie ist wahrscheinlich von selbst zerfallen. Der Tod der letzten Erbin, Ursula von Windeck, um 1475 spricht dafür.

Über Ursula von Windeck wird auch heute noch viel erzählt:

Hier ist es der Eselsweg: Ursula von Windeck ging mit ihrem Esel täglich zweimal hinab zur Ampferbacher Mühle um Wasser zu fassen. Es ist erfreulich, dass im Zuge der Flurbereinigung, die Trasse dieses Weges im Wesentlichen erhalten blieb. Der Name „Eselsweg“ ist somit weiterhin ein fester Begriff.

Ursula von Windeck ging auch täglich hinab zur Burgebracher Kirche. Zur Abkürzung des Weges ging sie durch den Hof vom Erhard Schiller (Kirchenschiller). Deshalb wurde dieser Hof vom Zehnt (Steuer) befreit. Dem Kirchenschiller gehörte ein Drittel des großen Getreidezehntes in Burgebrach. Der Hof vom Kirchenschiller wurde früher als Lorberhof benannt. Ursula von Windeck stiftete einen ewigen Jahrtag in Burgebrach. 

Wer die Stätte der ehemaligen Burg Windeck besichtigen möchte findet hier die Geokoordinaten.
Von Burgebrach zur Burg Windeck sind es je nach gewähltem Weg ca. 2 bis 3 km auf Teer- bzw. Schotter-/Waldwegen.

Am besten laufen Sie von Burgebrach Richtung Ampferbach auf dem Geh- und Radweg nach Ampferbach und queren vor dem Ortsschild Ampferbach die Straße und laufen den Weg Richtung Wald.

Genießen Sie diese  kurzweilige Wanderung. Verweilen Sie ein wenig an der Marienkapelle bevor Sie weiter zur „Burg Windeck“ gehen. An der Marienkapelle finden Sie einen Wegweiser.

Ladet euch zuhause das Formular herunter und druckt es aus. 

Nach Beantwortung der Fragen, lasst uns das Lösungsblatt per Post oder E-Mail zukommen. Euch erwartet eine kleine Überraschung.

1.    Rathaus:

Im Alten Rathaus ist viel passiert! Im letzten von ehemals drei Stadttoren, haben viele wichtige Ereignisse stattgefunden: Es wurden Gemeindeversammlungen abgehalten, es traf sich der Kriegsrat und es sollte sogar in die Luft gesprengt werden! Heute kann man sich das fast 200 Jahre alte Gebäude einfach in Ruhe anschauen und sogar dort heiraten.

Frage: 

Welcher berühmte französische Kaiser hat hier Kriegsrat gehalten?

2. Amtsgericht:

Das heutige Bürgerhaus wurde in verschiedenster Weise von den Bürgern Burgebrachs genutzt. Schon vor einigen Jahrhunderten wurde hier Gericht gehalten bevor ein offizielles Gefängnis errichtet wurde. Danach wurde das Haus mehrfach ausgebaut und zum offiziellen Amtsgericht ernannt. Nach dem 2. Weltkrieg zog das Kreiskrankenhaus mit dazugehöriger Schwesternschule ein. Heute findet ihr hier neben dem Bürgerhaus einen Gebäudekomplex mit Seniorenwohnheim und „Betreuten Wohnen“.

Frage: 

Wisst ihr welcher regelmäßige Gast seit Jahren auf dem Dach des ehemaligen Amtsgerichtes wohnt? Er hat sogar eine eigene Webcam, die ihr auf der Homepage finden könnt.

3. Kirchplatz:

Hier steht seit über 1000 Jahren ein Gotteshaus. Erst war es eine kleine Kapelle, doch später wurde diese mehr und mehr ausgebaut zu der Kirche, die ihr heute hier seht. Die tollen Dekorationen im Inneren sind von vielen berühmten Bildhauern; z.B. aus der Werkstatt von Veit Stoß. Die Glocke wird jeden Abend um 21 Uhr aufgrund einer Legende geläutet. Es heißt, das Schlossfräulein Ursula von Windeck habe sich einmal im Wald verirrt und nur durch den Glockenklang heimgefunden.

Frage: 

Was feiert Burgebrach am ersten Sonntag nach St. Michael?

4. Pfarrhaus:

An dieser Stelle steht schon seit ca. 1550 ein Pfarrhaus. Allerdings wurde es mehrfach um- oder neu aufgebaut. Früher gehörten sogar ein Bauernhof, Ställe und Bauerei mit zugehörigen Feldern und Wiesen dazu. 

Frage: 

Was steht auf dem alten Stein des „ehemaligen“ Pfarrhauses? 

5. Grundschule:

Schon vor über 500 Jahren gab es eine Schule in Burgebrach. Das war damals noch die Wohnung des einzigen Lehrers, doch als 1806 ein zweiter Lehrer in den Ort kam, wurde der Unterricht in öffentlichen Räumen gehalten, z.B. in der Michaelskapelle oder dem oberen Torhaus. Als die Kapelle aber zu alt und abgerissen wurde, entstand an dem Ort ein Schulhaus. In den 1930er Jahren wurde eine neue, größere Schule gebaut, die trotz einiger Unterbrechungen bis heute zur Verfügung steht. 

Frage: 

1944 fiel der Unterricht häufig aus. Nach was suchten dann die Lehrer und Kinder?

6. Niederbronner Schwestern

Der Orden der „Niederbronner Schwestern“ sind 1849 im Kloster Niederbronn im Elsaß gegründet worden.  1901 zogen zwei von ihnen nach Burgebrach um als Krankenschwester und Kindergärtnerin zu arbeiten. Mit den Jahren kamen mehr Schwestern nach Burgebrach, jedoch waren nie mehr als sieben Schwestern gleichzeitig vor Ort. Als weitere Aufgaben betrieben sie auch eine Nähschule, eine Wäscherei und halfen bei der Krankenpflege. Der Orden verließ den Ort jedoch 1974, da leider keine neuen Schwestern mehr ausgebildet wurden. 

Frage: 

Warum ging man erst „zu den Schwestern“ wenn man krank wurde? 

7. Forsthaus

Das Forsthaus ist über 100 Jahre alt. Hier wohnte der sogenannte Forstamtsassessor, der zu Hochzeiten fast 8000 Hektar Wald verwaltet hat. Also sogar Wälder um Schlüsselfeld und Bamberg. Erst 2005 wurde die Forstverwaltung aufgeteilt und obwohl einige Verwaltungsarbeit in Burgebrach blieb, wurde das Forsthaus selbst zu einer Gaststätte umgebaut. Seit diese geschlossen wurde, dienen die Räumlichkeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen. 

Frage: 

Welchen Wert hatte damals der Bauplatz, auf dem heute das Forsthaus steht? 

8. Marienbild

Früher stand die Figur Marias außerhalb eines der ehemaligen Stadttore und beschützte den Ort. Als dieses abgerissen wurde, bekam die Skulptur einen eigenen Platz auf einer angefertigten Säule am freigewordenen Platz. Das Marienbild, welches heute zu sehen ist, wurde 1865 neu geschaffen. Allerdings steht nur eine Kopie aus Kunststein im Freien. Die eigentliche Figur ist durch Wind und Wetter immer weiter kaputtgegangen. 

Frage: 

In welche Himmelsrichtung schaut Maria heute?

9. Café Windeck

Bevor die Raiffeisenbank hier einzog, waren viele verschiedene Geschäfte in dem Gebäude untergebracht. 1849 haben jüdische Bürger hier ihr Schlachthaus errichtet, welches auch viele Jahre betrieben wurde. Nach dem 1. Weltkrieg zogen jedoch alle Juden aus Burgebrach ab und das Haus wurde zum sogenannten „Badershäusla“. Es gab einen Uhrmacher, einen Schuster, ein Eisenwarengeschäft und später das Café Windeck – eine sehr beliebte Kneipe. 

Frage: 

Als was nutzte die jüdische Gemeinde dieses Gebäude?

10. Marktstrasse

Die Marktstraße, ist vermutlich die älteste Straße Burgebrachs. Schon im 8. Jahrhundert haben sich hier die ersten Menschen angesiedelt. Einige Jahrhunderte später gehörte Burgebrach dem Erzbistum Würzburg an. Dadurch erhielt es ein paar Jahre später das Marktrecht – hier durfte damit an bestimmten Tagen Märkte veranstaltet werden. Zum Schutz wurden Wehrtürme errichtet. Doch nicht nur auf dem Markt gab es Gelegenheiten zum Austausch. Die Postkutsche fuhr ebenfalls täglich durch die Hauptstraße – und das bis 1971! 

Frage: 

Was erhielt Burgebrach 1472? 

11. Bahnhof­

Bis 1904 war die Postkutsche die einzige Möglichkeit Menschen, Waren und Postsendungen zu transportieren. Danach wurde Burgebrach endlich an die Eisenbahn und damit an die Städte angeschlossen.  Im Bahnhof war damals noch im oberen Geschoss die Wohnung des Bahnhofsvorstehers, während im Erdgeschoss die normalen Ticketschalter, ein Warteraum und auch ein Dienstzimmer für Mitarbeiter waren. Schnell entstand für die Reisenden ein Gasthaus neben dem Bahnhof – eine kluge Idee eines örtlichen Brauereibesitzers. 2006 wurde die Strecke allerdings geschlossen, nachdem die letzten Jahre nur noch Güterverkehr Burgebrach durchquerte. 

Frage: 

Was ist jetzt dort, wo vorher die Bahnschienen lagen? 

12. Kellerberg

Wer Franken kennt, kennt auch Bierkeller. Sie wurden als natürliche, übergroße Kühlschränke in den Berg gegraben um Nahrung und vor allem Bier gleichmäßig kühl zu halten – und das ganze Jahr über. Im Kellerberg haben Brauereien sowie auch einige Privatleute noch heute Keller. Es gibt sogar heute noch bewirtschaftete Keller in Burgebrach. 

Frage: 

Wofür wurden Keller noch benutzt, außer zur Lagerung von Nahrung und Bier?

Verlosung zur Eröffnung des Kulturspaziergangs Burgebrach

Am Montag, 16. Juli 2018 fand die Gewinnübergabe zu unserer besonderen Wissens-Rallye anläßlich der Eröffnung des KULTURSPAZIERGANGS Burgebrach statt. Erster Bürgermeister Johannes Maciejonczyk freute sich die Gewinner zu prämieren. Folgende Preise wurden vergeben: 1. Preis Tablet, 2. Preis Scooter und 3. Preis Eisgutschein.

Die Glücksfee zog Hannes Zürl als ersten Gewinner, auf dem zweiten Platz folgte Ella Habersack und den dritten Platz belegte Jonas Winkler! Die drei Gewinner waren sichtlich erfreut über ihre Preise. 

      Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Die restlichen Teilnehmer, die leider keinen der Hauptpreise gewinnen konnten, wurden angeschrieben und erhielten eine kleine Überraschung!

 

Für alle, die die Gelegenheit an der Eröffnung am 10. Juni 2018 verpasst haben, ist jederzeit eine Teilnahme an der Wissens-Rallye möglich

Jede richtige Antwort wird mit einer kleinen Überraschung belohnt. Hierzu einfach das Antwortformular herunterladen und ausdrucken und die Fragen beantworten.

    Viel Glück!

Nach Beantwortung der Fragen, lasst uns das Lösungsblatt per Post oder E-Mail zukommen. Euch erwartet eine kleine Überraschung.

Die drei Gewinner von links nach rechts: Jonas Winkler (3. Platz), Hannes Zürl (1. Platz), Ella Habersack (2. Platz). 
 Hintere Reihe:  Erster Bürgermeister Johannes Maciejonczyk, Jasmin Pfohlmann

Eröffnung des Kulturspaziergangs in Burgebrach

Ein Kulturspaziergang durch die Geschichte des Marktes Burgebrach auf den Spuren von Ursula von Windeck – am Sonntag konnte nach fast dreijähriger Vorlaufzeit das neue Projekt eröffnet werden. Zu Beginn stellte Erster Bürgermeister Johannes Maciejonczyk den zahlreichen Interessenten im Rathaus das Projekt vor. Aufgrund starker Nachfrage – nicht nur mit Eröffnung des Baumwipfelpfades in Ebrach – wurde die Idee zum Kulturspaziergang geboren.
Auf derzeit zwölf Tafeln sind an markan-ten Punkten im Kernort Burgebrach geschichtliche Hintergründe beschrieben. Der Rundgang beginnt am Alten Rathaus, führt über den Kirchplatz in die Grasmannsdorfer Straße, in den Niederbronnerweg, zum Mühlgraben und über die Markt- und Hauptstraße bis hin zur Treppendorfer Straße unterhalb dem Schwanenkeller. Begleitend dazu gibt es einen Flyer mit einem Wegeplan. Zudem sind die Daten auf der Homepage unter www.entdecke-burgebrach.de abrufbar. Die Zeitreise mit spannenden Geschichten kann ergänzend auch digital über Smartphones entdeckt werden.
Bürgermeister Maciejonczyk dankte den vielen Freiwilligen, insbesondere dem Heimatverein Burgebrach sowie der Verwaltung für ihr Mitwirken und das Sammeln von geschichtlichen Daten. Er dankte auch dem Marktgemeinderat, der insgesamt rund 50.000 € bereitgestellt hat sowie der Werbeagentur Kopf-werk, Bamberg, für die fachliche Begleitung und der Fa. Zellenkur UG & Co. KG, Bamberg, für die Erstellung der Homepage. Ziel sei es, den Kulturspazier-gang auf alle 27 Gemeindeteile auszuweiten. Die interessanten Einblicke erhalten die Spaziergänger sowohl analog über die Tafeln als auch digital über Smartphone und Tablet, der Weg kann selbstständig erkundet werden, ohne dass es einer Führung bedarf.
Matz Reichardt von der beauftragten Agentur Kopfwerk bezeichnete den Kulturspaziergang als lebendes Projekt, das sich stets fortentwickeln soll und als digitales Archiv nicht nur im Hinblick auf das 1000-jährige Bestehen im Jahr 2023 geschichtliche Informationen bietet. Er hat die Bürger eingeladen, neue Berichte, Videos und Interviews von Zeitzeugen zur Verfügung zu stellen und freut sich schon jetzt auf einen spannenden Ausbau.

Zur dusteren Herbst- u. Winterzeit verfehlte mancher Fußgänger am „Steinernen Steg“ den rechten Weg. Als der Weg dicht im Talgrund lag, erschien Ursula von Windeck im weißen Gewand und zeigte den verirrten den rechten Pfad. Dann blieb das Mädchen eine Weile stehen und verschwand weinend. Einmal verlief sich die Mulzertsliesel aus Burgebrach. Von Mönchsambach kommend wollte sie in Richtung Burgebrach laufen. Sie wusste nicht mehr wo sie sich befand. In ihrer Not flehte sie alle Heiligen an. Da erschien auch ihr die weiße Jungfrau und sie geleitete die Mulzerin sicher zum „Steinernen Steg“. Die Liesel bedankte sich für die Hilfe, mit einem „Vergelts Gott – vieltausendmal“.

Du liebe, gute Frau, freute sich Ursula. Dein Dank hat mich erlöst. Und sie verschwand im Nebel. Seit diesem Tag wurde Ursula nicht mehr gesehen. Endlich hatte sie den Frieden gefunden. Die Mulzerin aber lies an der Stelle ihrer Rettung eine Marter errichten.

Um diese Stätte in Erinnerung zu behalten, wurde im Jahre 1982 mit dem Einvernehmen des Grundstückseigentümers Michael Rüttinger ein Gedenkstein errichtet. 

Der Text auf der Geschichtstafel stammt vom Burgebracher Pfarrer Hans Hübner. 
Diesem Gedenkstein fügte man auch eine Niederschrift bei. Sie beschreibt die Nachbarsorte Ampferbach und Burgebrach sowie kurze Geschehnisse vom Zweiten Weltkrieg. Auch das Hartgeld der damaligen Währung „DM“ – Deutsche Mark, wurde eingemauert. Die Deutsche Mark war unser Zahlungsmittel vom 
20. Juni 1948 bis einschließlich 31. Dezember 2001. Seit dem 1. Januar 2002 ist der Euro unsere Währung.

Darum wird auch heute noch um 21 Uhr die Schlafglocke geläutet

Öffnungszeiten

Zu den folgenden Zeiten hat unsere Verwaltung geöffnet: 

Montag

08:00 - 12:00 Uhr

Dienstag

08:00 - 12:00 Uhr
und 13:00 - 16:30 Uhr

Mittwoch

08:00 - 12:00 Uhr

Donnerstag

08:00 - 12:00 Uhr
und 13:00 - 18:00 Uhr

Freitag

08:00 - 13:00 Uhr

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