Gemeindepartnerschaft Kapsweyer

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75 Jahre Evakuierung der Kapsweyerer aus der Pfalz nach Burgebrach in Franken

75 Jahre Evakuierung der Kapsweyerer aus der Pfalz nach Burgebrach in Franken – ein Anlass für die beiden Partnergemeinden – zum Einen zurückzublicken und nachzudenken – zum andern, sich über die langjährige Verbundenheit und ein Wiedersehen zu freuen.

Ein ganzes Wochenende verbrachten um die 50 Kapsweyerer Bürger in Burgebrach. Nach einem herzlichen Empfang im Bürgerhaus konnte die Delegation als erste Gäste das neue Nachhaltigkeitszentrum in Handthal besichtigen. Bei einem gemeinsamen Festabend in der Steigerwaldhalle hieß Erster Bürgermeister Johannes Maciejonczyk die Gäste nochmals offiziell Willkommen. Altbürgermeister Georg Bogensperger, der die Partnerschaft zu der Pfälzer Gemeinde maßgeblich mitgeprägt hat, ließ die Geschichte Revue passieren. Nach der Evakuierung und Rückführung wurden die privaten Kontakte immer mehr zu einer Freundschaft. Aufgrund einer entsprechenden Anfrage der Gemeinde Kapsweyer hat der Marktgemeinderat unter Vorsitz von Ersten Bürgermeister Gregor Eberlein im Jahr 1983 den Beschluss gefasst, eine Partnerschaft zu gründen. 1983 folgten die festlichen Partnerschaftsgründungen mit Pflanzungen von Partnerschaftslinden in den jeweiligen Gemeinden. Bis heute gibt es immer wieder Besuche und Gegenbesuche in allen Altersklassen, angefangen von den Ministranten bis hin zu den Gesangvereinen. Natürlich wurden die Jubiläen stets gefeiert – so z. B. 20 Jahre Partnerschaft im Mai 2003 mit der Einweihung des Bürgerhauses und der Windeckhalle in Burgebrach.
Erster Bürgermeister Johannes Maciejonczyk beleuchtete die Geschichte zur Evakuierung, die kurz nach Ausbruch des Krieges am 01.09.1939 erfolgte und von langer Hand vorher geplant war. Aus Archivunterlagen geht hervor, dass bereits im April 1937 Evakuierungszonen geplant wurden. Kapsweyer lag dabei in der „Roten Zone“ des Militärischen Schutzbereiches West. Bei den Recherchen fand der Bürgermeister einige Kennwörter, die die „Freimachungsphasen“ kennzeichneten. Bereits am 01.09.1939, also mit dem Einmarsch in Polen, mussten sich die Leute bereits am Bahnhof sammeln, um weggebracht zu werden. Es war vorgegeben, was mitzunehmen war. Im Juli/August 1940 konnte die Bevölkerung wieder in ihre Heimat zurück. Aus dem Tagebuch von Pfarrer Eugen Pfanger geht hervor, dass sie die Kirche teilweise zerstört vorgefunden hatten. Der Innenraum war zu einem Möbelmagazin umgewandelt, die Feier eines Gottesdienstes war unmöglich. Adelheid Paul eine Zeitzeugin aus Kapsweyer ( 81 Jahre  )erzählte ihre Eindrücke, die sie als sechsjähriges Kind erlebt hatte. Mit unbekanntem Ziel und wenig Gepäck wurden sie Richtung Osten gebracht. In Burgebrach am Bahnhof angekommen, wurden sie mit Kartoffeln aus dem Kartoffeldämpfer verköstigt. Sie wurden auf Familien in Burgebrach verteilt und herzlich aufgenommen. Monatelang hatten sie ein tägliches Miteinander. „Die Klöße waren wir nicht gewöhnt, essen sie aber heute noch“, so Frau Paul. Am Kirchweihsamstag 1940 zog sie wieder in ihre Heimat und bekam zur Verpflegung Krapfen mit. Nach ihrer Heimkehr in Kapsweyer erlebten sie dann böse Überraschungen – 60 Häuser waren abgerissen worden.

Nach einem Geschenkeaustausch der neuen und „alten“ Bürgermeister besiegelten diese ihre Partnerschaft erneut. Die Kapsweyerer gaben ihren Gastgebern ein Ständchen mit dem Grenzlandlied.
Für die musikalische Umrahmung sorgten die Ebrachtaler Musikanten und der Gesangverein im Steigerwald.

Partnerschaftstreffen der Gemeindepartnerschaft Burgebrach - Kapsweyer im September 2009 in Burgebrach

Partnerschaftstreffen Burgebrach – Kapsweyer 2009 in Burgebrach – Viele Anlässe zum Feiern
Die Partnergemeinden Kapsweyer und Burgebrach holten das 25-jährige Partnerschaftsjubiläum, das im vergangenen Jahr in Kapsweyer gefeiert wurde, nun in Burgebrach nach. Vor genau 70 Jahren zu Beginn des 2. Weltkrieges wurden die Einwohner Kapsweyers nach Oberfranken – insbesondere nach Burgebrach – evakuiert.
In der vollbesetzten Steigerwaldhalle erinnerte man sich bei einem geselligen Abend an vergangene Zeiten.

25 Jahre Gemeindepartnerschaft Burgebrach - Kapsweyer im Jahr 2008

Burgebracher feierten in Kapsweyer!
Seit 25 Jahren besteht die offizielle Gemeindepartnerschaft zwischen dem Markt Burgebrach und der Gemeinde Kapsweyer/Rheinland-Pfalz. Kennengelernt haben sich die Bürger beider Gemeinden durch die Evakuierung der Kapsweyerer Anfang des 2. Weltkrieges nach Oberfranken über einen Zeitraum von einem Jahr. Gegen Ende des Weltkrieges fand nochmals eine Evakuierungswelle statt. Die Kontakte nach Burgebrach blieben dann weiterhin bestehen, bis 1983 beide Gemeinderatsgremien Beschlüsse fassten, eine Gemeindepartnerschaft einzugehen. Zum 25jährigen Jubiläum reiste eine Burgebracher Abordnung aus den bisherigen und jetzigen Marktgemeinderäten sowie weiteren Kapsweyer-Freunden in den 300 km entfernten Ort.

Neben dem 1000-jährigen Jubiläum kann Burgebrach auch auf ein 40-jähriges Bestehen der Gemeindepartnersachaft mit Kapsweyer in der Pfalz zurückblicken.

In lockerer Atmosphäre feierten die beiden Gemeinden während des Höfefestes ihr 40-jähriges Jubiläum – musikalisch umrahmt von dem „Holz-Horn-Harfe“ Ensemble der Ebrachtaler Musikanten auf dem Bürgerhausplatz.

In seiner Begrüßung zeigte der Burgebracher Bürgermeister Johannes Maciejonczyk große Freude darüber, dass so viele aus der Partnergemeinde gekommen sind. Mit ihren kulinarischen Schmankerln bewirteten ihre Gäste in einem Hof und eroberten sich erneut die Herzen der Burgebracher.

Aus einem belastenden Anlass – der Evakuierung nach Burgebrach im 2. Weltkrieg – entstand eine Partnerschaft, die sich positiv und generationenübergreifend weiterentwickelt hat. Gegenseitige Besuche finden auch auf privater Ebene statt.

Zum Jubiläum überreichten die drei Bürgermeister des Marktes Burgebrach Johannes Maciejonczyk, Peter Pfohlmann und Peter Ludwig eine Torte, die sie zusammen mit dem Ersten Bürgermeister Felix Schönung aus Kapsweyer sowie zusammen mit Theresa Kreiselmeyer und Klaus Krämer anschnitten. Die Kapsweyerer beglückten den Markt Burgebrach wiederum mit dem „Wuddwuddseckele“ – das Maskottchen der Kapsweyerer – geschnitzt aus einem Eichenstamm mit „Schrappnell“ aus dem 2. Weltkrieg – einem Überbleibsel aus der schlimmen Vergangenheit. Die Partnerschaft wurde erneut besiegelt durch den Eintrag ins Goldene Buch.

 

Elke Pieger

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