300 Jahre Rathaus Burgebrach

Suchergebnisse werden hier angezeigt.
Startseite > 300 Jahre Rathaus Burgebrach

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ein ganz besonderes Ereignis gibt uns in diesem Jahr Anlass zu "feiern".

Im Jahr 1720 erbaut, wird unser Rathaus mit dem ortsbildprägenden Torbogen nun stolze 300 Jahre alt. Seither ist das Gebäude Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger in den verschiedensten privaten wie gemeindlichen Angelegenheiten. Ursprünglich stand an der Stelle des uns heute bekannten Baudenkmals mit dem sogenannten „Oberen Tor“, eines von drei Toren, das dem Ort als Befestigung und damit Schutz vor Eindringlingen diente. Unter diesem Oberen Tor wurden früher die Gemeindeversammlungen auf offener Straße abgehalten. Man hatte zwar eine Ratsstube im Torhaus, aber mit der Zeit waren die Aufgaben gewachsen und so wurde 1720 an diesem Platz schließlich ein richtiges Rathaus gebaut. In den zeither vergangenen 300 Jahren kann das prächtige Bauwerk auf eine durchaus bewegte Geschichte mit ganz unterschiedlichen Nutzungen zurückblicken. Ebenfalls diente es in den 1950er bis 70er Jahren beispielsweise als Landwirtschaftliche Berufsschule. Historisch in den Blickpunkt rückte unser Rathaus jedoch weit vorher, nämlich als Napoleon mit seinem Heer gen Russland zog und eben in jenen Räumen Kriegsrat hielt.

Zum Ende des 2. Weltkriegs entging das Gebäude nur knapp einer Katastrophe. 1945 lagerte im großen Torbogen, dort wo heute Autos durchfahren, in einer Kiste eine Fünf-Zentner-Bombe, die notfalls zur Abwehr der Alliierten gesprengt werden sollte. Glücklicherweise kam es nicht zur Sprengung, da die Amerikaner aus anderer Richtung anrückten.

Neben diesen und weiteren weltpolitischen Ereignissen, die unsere Wahrzeichen (mit)erlebte, könnte es sicherlich auch von einer ganzen Reihe örtlicher Begebenheiten und Erfahrungen aus 300 Jahren berichten. Wie wäre es doch interessant, wenn die altehrwürdigen Mauern uns heute davon erzählen könnten. Doch Mauern können nun mal nicht sprechen – „Leider!“ oder in manchen Fällen vielleicht auch „Gott sei Dank“!

Mit einer kleinen Festwoche wollen wir nun das 300-jährige Jubiläum des Rathauses Burgebrach würdigen. Leider kann wegen der Corona-Pandemie kein Fest vor Ort mit einem „Tag der offenen Tür“, Musik, Limo, Bier und Bratwurst etc. stattfinden, wie es ursprünglich geplant war. Dennoch bin ich überzeugt, dass uns ein attraktives Alternativprogramm gelungen ist, bei dem sich beispielsweise durch die erfolgreiche Teilnahme am Gewinnspiel auch jeder ein Stück Rathaus nach Hause holen kann.

In diesem Sinne freue ich mich zusammen mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch weiterhin auf viele erfolgreiche Begegnungen in den Amtsstuben unseres Rathauses. So ist es auch weiterhin unser gemeinsames Ziel, Ihnen in Ihren Anliegen weiterzuhelfen – eben genau so, wie es seit 300 Jahren in diesen Räumlichkeiten im Miteinander gelebt wird.
 

Johannes Maciejonczyk
Erster Bürgermeister 
Marktes Burgebrach

 
Play Video
Play Video

Das Rathaus im Wandel der Zeit...

Das alte Rathaus Burgebrach in der Hauptstraße in Burgebrach wurde im Jahr 1720 an der Stelle des einstigen „Oberen Tores“ errichtet und feiert heuer sein 300-jähriges Bestehen.

Das alte Rathaus Burgebrach in der Hauptstraße in Burgebrach wurde im Jahr 1720 an der Stelle des einstigen „Oberen Tores“ errichtet und feiert heuer sein 300-jähriges Bestehen. 

In der Denkmalliste wird das Rathaus als zweigeschossiger Walmdachbau mit rundbogiger Straßendurchfahrt und Dachreiter beschrieben. Eckpilaster, Gurtgesims, profilierte Fenstergewände mit Brüstungsfelder im Obergeschoss zeichnen die Einzigartigkeit des historischen Gebäudes aus.

Das Rathaus bildet nicht nur den westlichen Eingang in den oval geformten Historischen Ortskern (Historisches Ei) von Burgebrach, sondern nach Osten hin auch das Tor zum Naturpark Steigerwald.

Unter der Amtszeit von Bürgermeister Schlegler entstand 1720 an der Stelle des „Oberen Tores“, das heutige Rathaus. Im vierten Ratsprotokoll der Jahre 1650 bis 1749 berichtet Bürgermeister Schlegler erstmals vom begonnenen Rathaus-Bau. Am 11. April 1720 vereinbarte er mit dem Bamberger Kapitalsmaurer Nattermüller folgendes:

Ein zweistöckiges Haus soll erstellt werden nach Riß und Plan. Das untere Stockwerk 15 Schuh hoch (ein Schuh entspricht 28 cm), das obere zwölfeinhalb Schuh hoch, der ganze Bau 62 Schuh lang und 36 Schuh breit. Meister Nattermüller erhält hierfür 350 fränkische fl (Florian-Gulden)“.

Jeder einschließlich der ganzen Judenschaft musste statt Hand- und Spanndienste zwei Taler abgeben.  Bis zum Jahre 1730 wurden 3000 fl für den Bau aufgewendet. Zur Finanzierung wurden 900 fl aus der Bürgschaft aufgenommen, weitere Darlehen gaben die Pfarrei St. Martin, Bamberg, und die Nikoleibrückenstiftung.

„Am 4. September erbat Bürgermeister, der Rat und die ganze Gemeinde den Fürstbischof von Bamberg und Mainz, Lothar Franz von Schönborn, dem Marktflecken zwölf Jahre lang die Steuer zu erlassen. Sechs Jahre billigte der Bischof zu.“

Das Stammwappen des Hauses Schönborn bildet heute noch den Mittelpunkt des Barocken Wappens an der Westseite des Alten Rathauses:

Auf rotem Grund ein gekrönter, goldener Löwe, der auf drei aufsteigenden silbernen Spitzen schreitet. Zunge und Enden des doppelten Schwanzes sind blau, ebenso die Krone des Löwen. Über dem Mittelschild thront eine Laubkrone.

 

Die Zierde des Rathauses, der Turm, wurde aufgrund mangelnder Finanzmittel erst 1847 hinzugefügt. Das Glöcklein im Turm des Rathauses wird noch heute bei jeder Beerdigung geläutet, wenn der Priester mit den Trauergästen durch den Torbogen zum Friedhof zieht.

An der Ostseite des Alten
Rathauses ist die heilige
Dreifaltigkeit dargestellt:

Überlieferte Geschichten aus dem Rathaus

Als Napoleon mit seinem Heer gegen Russland zog, hielt er im Rathaus in Burgebrach Kriegsrat. 
Wenige Tage vor dem 13. April 1945, als die Amerikaner in Burgebrach einmarschierten, wurde im Sitzungssaal des Rathauses ein Standgericht errichtet. Links und rechts vor einem Tisch stand je ein Gewehr-Dreierbock. Zum Glück kam es zu keinem Urteil mehr. Im großen Torbogen lagerte in einer Kiste eine Fünf-Zentner-Bombe, um das Rathaus zu sprengen. Direkt westlich vor dem Rathaus hatte der Volkssturm eine Panzersperre errichtet. Die Nachbarhäuser waren bereits geräumt. Zur vorgesehenen Sprengung kam es jedoch nicht mehr, da die Amerikaner von Ampferbach kommend anrückten. 1950 bis 1972 war die Landwirtschaftliche Berufsschule im Alten Rathaus untergebracht. 

Die Kriegsjahre haben das Rathaus stark mitgenommen. 1981/82 erfolgte eine umfassende Restaurierung.

Aus einer alten Chronik geht hervor:

„Sie gelobten hier Gehorsam zu Geboten und Verboten der Gemein, gelobten handgebend, daß sie mit der Gemein heben und legen wollen, daß sie 3 Bäume von welchem Obst auf die Gemein setzen und schließlich 8 fl Bürgergeld und einen Feuereimer zum Instand bringen würden. Gaben hier ihrem Lebenspartner das Ja zum gemeinsamen Leben, gaben hier Taufe, Hochzeit und Tod immerlieben zu Protokoll – kamen ohne im geringsten zu säumen wenn die Gemeindeglocke rief – sannen, berieten und erkannten an, was in diesem Haus als weise, recht und verbindlich zum Beschluß erhoben war“.

Unmittelbar an das Alte Rathaus wurde im Jahr 1982 das Verwaltungsgebäude der Verwaltungsgemeinschaft Burgebrach angebaut. Auf dem Rathaus-Vorplatz entstand ein Laufbrunnen in Form eines Lebensbaumes, der in vier Bildnissen die Burgebracher Geschichte – die Marktverleihung, eine Jagd- und Marktszene und die Zehendabgabe darstellt.

Noch heute tagt der Marktgemeinderat in einem historisch-modernen Sitzungssaal im Obergeschoss.

 

Öffnungszeiten

Zu den folgenden Zeiten hat unsere Verwaltung geöffnet: 

Montag

08:00 - 12:00 Uhr

Dienstag

08:00 - 12:00 Uhr
und 13:00 - 16:30 Uhr

Mittwoch

08:00 - 12:00 Uhr

Donnerstag

08:00 - 12:00 Uhr
und 13:00 - 18:00 Uhr

Freitag

08:00 - 13:00 Uhr

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Dann kontaktieren Sie uns einfach jederzeit unter folgenden Kontaktmöglichkeiten: